Kapillarität im Maler- und Stuckateurhandwerk

Was bedeutet Kapillarität?

Im Malerhandwerk hast du es mit einer Menge Fachbegriffe zu tun. Mal sind sie selbsterklärend, mal reines Fachchinesisch. In unserem Fachbegriff-Lexikon erklären wir dir Begriffe, die dir in einer Lehre zum Maler begegnen können. Heute: die Kapillarität.

Bestimmt hast du schon einmal einen Strohhalm in ein Glas Wasser gehalten und beobachtet, dass das Wasser im Strohhalm höher steigt als das im Glas? Falls ja, hast du einen physikalischen Effekt beobachtet: die Kapillarität. Aber was genau hat es damit auf sich und was haben Maler damit zu tun?   

Kapillarität – ein physikalischer Effekt

Bei der Kapillarität handelt es sich um ein physikalisches Verhalten von Flüssigkeiten, das bei Kontakt mit Kapillaren auftritt. Kapillaren können zum Beispiel enge Röhren, Spalten oder Hohlräume sein. Bestimmte Flüssigkeiten wie Wasser haben die Eigenschaft, das Material des Kapillargefäßes zu benetzen. Durch die Adhäsionskraft, das ist die Anziehungskraft zwischen zwei verschiedenen Körpern, steigt die Flüssigkeit in der Kapillare nach oben. Je schmaler die Röhre oder der Spalt, desto stärker ist die Kapillarität und desto höher steigt die Flüssigkeit.    

Was hat der Kapillareffekt mit dem Malerhandwerk zu tun? 

Und warum genau müssen Maler die Kapillarität beachten? Ganz einfach: Viele Materialien, die du bearbeitest, haben enge Hohlräume. Bestreichst du zum Beispiel Holz oder Wände, saugt das Material einen Teil der Farbe auf. Das kann gut oder schlecht sein. Unter anderem kann der Anstrich dadurch fleckig werden.
 

Wie verhindere ich den Kapillareffekt, wann setze ich ihn ein?

Nicht immer ist ein Kapillareffekt etwas Schlechtes. Ganz im Gegenteil: Ab und an nutzen Maler den Effekt ganz gezielt für bessere Ergebnisse. So hilft Kapillarität zum Beispiel beim Anstreichen von porösen Stoffen wie Holz oder Putz, die Grundfarbe zu verankern. Hierbei solltest du aber dünnflüssige Farbe verwenden – die zieht besser ein.
Wenn du eine fleckige Oberfläche sicher umgehen willst oder Kapillarität verhindert werden soll, helfen mehrere Grundanstriche. Dadurch verliert das Material Ansaugkraft.
Beachte die Eigenschaften der zu bearbeitenden Stoffe, den Kapillareffekt und das gewünschte Endergebnis also immer ganz genau, bevor du dich an die Arbeit machst.

Du möchtest mehr Fachbegriffe, Phänomene oder Erfolgsgeschichten aus dem Malerhandwerk kennenlernen? Dann besuche doch mal unseren Blog auf dzib.at oder unseren YouTube-Kanal.