Alkalität die Reaktion chemischer Verbindungen, Stoffe oder Substanzen oberhalb des Neutralpunktes pH 7

Alkalität – was ist das?

Fachbegriffe gibt es im Malerhandwerk genug. Gerade in deiner Lehre wirst du dich oft fragen, was Viskosität, Diffusion oder Hellbezugswert eigentlich bedeuten. Mit unserem Fachbegriff-Lexikon möchten wir dir auf die Sprünge helfen. In Teil 7 erklären wir die Alkalität.

Warst du schon einmal im Schwimmbad und hast dir Gedanken gemacht, wie es um den pH-Wert und die Alkalität des Wassers steht? Wahrscheinlich nicht. Dabei ist es für die Badbetreiber wichtig, dass beide Werte stimmen. Aber nicht nur im Schwimmbecken sollten Alkalität und pH-Wert in einem bestimmten Bereich liegen, sondern auch im Malerhandwerk. Wir erklären dir warum.


Was versteht man unter Alkalität?

Im Allgemeinen bezeichnet die Alkalität die Reaktion chemischer Verbindungen, Stoffe oder Substanzen oberhalb des Neutralpunktes pH 7. Der pH-Wert ist das Maß der Alkalität und gibt an, wie stark basisch oder sauer ein Stoff ist. Ab einem pH-Wert von 7 spricht man von alkalischen Stoffen. Bei Werten, die  in der Nähe des messbaren Endpunktes pH 14 liegen, von starker Alkalität. 

Ein Stoff, der eine hohe Alkalität aufweist, ist zum Beispiel Beton. Diese Eigenschaft schützt Stahl im Inneren des Betons vor dem Rosten. Mit der Zeit sinkt jedoch die Alkalität und damit auch der Schutz vor Feuchtigkeit, CO2  und sauren Lösungen. Sind Außenbauteile beispielsweise Schlagregen ausgesetzt, beginnt der Stahl häufig, oberflächlich zu rosten.

 

Alkalität und Oberflächenbearbeitung 

Während der Lehre im Malerhandwerk bearbeitest du verschiedenste Oberflächen mit Farben, Lacken oder anderen Beschichtungen. Beachte dabei unbedingt die Beschaffenheit des Untergrundes. Handelt es sich hier um Putz, Beton oder Faserzement, solltest du diese auf den Grad der Alkalität prüfen.
Maler verwenden hierfür ein Indikatorpapier oder eine Indikatorlösung. Je nach Verfärbung wird ersichtlich, ob es sich um einen sauren, einen neutralen oder einen alkalischen Untergrund handelt. 

 

Fluatieren verhindert Flecken und Verfärbungen 

Überstreichst du mineralische Putze, kann es aufgrund der Alkalität übrigens zu Veränderungen der aufgetragenen Beschichtung kommen. Dies zeigt sich beispielsweise durch Fleckenbildung oder Verfärbungen

Verhindern kannst du das, indem du die alkalischen Flächen durch Fluatieren neutralisierst. Fluate sorgen dafür, dass sich der Untergrund härtet, dessen Alkalität verschwindet und die Hafteigenschaften verbessert werden.
 

Schon gewusst?

Silikatfarben sind stark alkalisch und daher ätzend. Deshalb solltest du während der Verarbeitung immer laugenfeste Schutzkleidung sowie eine Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen. Die hohe Alkalität und feuchtigkeitsspeichernde Eigenschaft von Silikatfarben beugt übrigens Schimmelpilzbildung vor.

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